Baumpilzbefall an Olivenbaum

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    • Baumpilzbefall an Olivenbaum

      Hallo Forengemeinde,

      ich habe seit kurzem einen massiven Baumpilzbefall an einem meiner Olivenbäume (ca. 600 Jahre alt).
      Was für eine Art Pilz kann das sein und wie kann man ihn bekämpfen?
      Der Baum steht mittlerweile im 3. Sommer und hatte bisher nie Probleme bereitet.
      Ist dieser Pilz überhaupt schädlich für den Baum?

      Gruß

      Markus
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    • Hi Markus.

      Schwer zu sagen, eventuell ist es der dunkle Ölbaumtrichterling.
      Wenn ja, ist er wohl schon mit dem Baum importiert worden.
      Leuchtet der Pilz im Dunklen?
      Eventuell wachsen die Pilze aber nicht im gesunden Holz, sondern nur in den Hohlräumen mit schon abgestorbenem Pflanzenmaterial.

      Dunkler Ölbaumtrichterling – Wikipedia

      Volker
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    • Hallo Markus,

      das könnte der Leuchtene Ölbaumpilz (Omphalotus olearius) sein. In Mitteleuropa eigentlich nicht heimisch bzw. extrem selten. Aber mit dem Baum kann er natürlich aus dem Mediterranbereich ohne weiteres eingeschleppt sein. Der Pilz ist giftig!
      Welche Auswirkungen er auf den Baum haben kann, könnte ich allenfalls spekulieren. Da wäre genaue Kenntnis über die Lebensweise des Pilzes gefragt - wenn er es denn wirklich ist. Um dieses besser zu klären, könntest Du als erstes einmal einen Sporenabdruck machen. Fruchtkörper sind ja anscheinend gerade vorhanden:

      Pilzhut auf eine saubere schwarze, graue oder weiße Unterlage ohne Stiel mit den Lamellen nach unten legen (am besten auf mindestens zwei Farben davon, z. B. Schwarz und Weiß) und gegen jegliche Luftbewegung abschirmen. Du kannst z. B. einfach eine kleine Schüssel darüber stülpen. Ein paar Stunden warten... und fertig.

      Das Sporenpulver ist gelbweiß (also nicht reinweiß wie bei den meisten Arten).

      Gruß
      Matthias
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    • Volker schrieb:

      Seltsam, der Beitrag ist 9 Stunden alt aber innerhalb von einer Minute 2 mal eine ähnliche Antwort.

      Ja Volker, das ist wohl Zufall oder eben die Tageszeit, in der man zum Schreiben kommt. Als ich das letzte Mal heute Morgen im Forum war, war der Beitrag von Markus noch nicht drin... Mit dem Schreiben angefangen habe ich aber schon eine Weile, bevor ich dann ihn abgesendet habe. Zwischendrin noch kurz die Kinder ins Bett gebracht...usw.

      Jetzt bin ich gespannt, was Markus meint. Der Leuchtende Ölbaumpilz in Mitteleuropa wäre schon etwas Besonderes, auch wenn er in diesem Fall sicher nicht auf natürlichem Wege hierher gefunden hätte.

      Gruß
      Matthias
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    • Wenn er es ist, ist er hoffentlich nicht schädlich für den Baum.
      Der Pilz lebt ja immerhin parasitisch oder saprobiontisch vom Baum.
      Wobei ich eher, wie schon geschrieben, auf das Zweite tippe, er ernährt sich dann vom abgestorbenen Pflanzenmaterial.
      Aber auch wenn er parasitisch lebt, muss er den Baum nicht unbedingt stark schädigen.
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    • Ich habe gerade in der "Enzyklopädie der Holzgewächse" gefunden, dass Pilzkrankheiten im Olivenanbau keinen nennenswerten Schaden verursachen, nur örtlich begrenzt. Leider hilft diese Erkenntnis nicht viel weiter, weil sie sich auf Pilzkrankheiten als Wirtschaftsfaktor bezieht und nicht viel darüber sagt, was Pilze an einem einzelnen Baum schlimmstenfalls bewirken könnten. Da dieser Pilz wirtschaftlich gesehen aber keinen großen Schaden anrichtet, wird wahrscheinlich auch nicht sehr viel dazu geforscht worden sein. Er läuft z. T. übriegens auch unter dem Namen "O. illudens" und wurde schon an einer Palme gefunden - die allerdings bereits sehr geschwächt war.

      Gruß
      Matthias
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    • Oha =O , doch auf die Schnelle was gefunden; u. a.:
      ijrbp.com/file/.../IJRB-2014-2-2-15-32.pdf
      Darin heißt es, dass der Ölbaumtrichterling dafür bekannt ist, Oliven ordentlich zusetzen zu können. Naja... aber meistens kann sich ein gesunder Baum ja einigermaßen wehren. Wenn Markus sehr gute Bedingungen schaffen kann, wäre das sicher von großem Vorteil. Man weiß ja auch nicht, unter welchen Umständen der Pilz beginnt, gesundes Holz anzugreifen und wann er es nicht tut.

      Matthias
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    • Hallo,

      vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Dieser Pilz leuchtet zwar nicht im Dunkeln, es scheint aber wirklich der Ölbaumtrichterling zu sein ?( .
      Laut Google wurde der Pilz wohl schon öfters in Deutschland gesichtet. Ob der jetzt für den Baum schädlich ist, konnte ich nicht herausfinden.
      Hatte den Baum gestern nochmals eindringlich untersucht und keinerlei Erkrankungen oder Schäden feststellen können.
      Der Pilz hat nicht nur Holstellen im Stamm befallen, sondern verbreitet sich auch im Erdreich.
      Werde den Pilzbefall erst einmal komplett entfernen und die betroffenen Stellen ausschaben und versiegeln.
      Ich kann nur hoffen, dass der Baum nicht unter dem Befall leiden wird.
      Anbei nochmal eine Totale des Baums. Stammumfang unten ca. 2m, Gewicht 2,3 to.

      Gruß

      Markus
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    • rottingbrain schrieb:

      Werde den Pilzbefall erst einmal komplett entfernen und die betroffenen Stellen ausschaben und versiegeln.


      Hallo Markus,
      das Ausschaben und Versiegeln ist meiner Meinung nach eine zweifelhafte Maßnahme. Die Pilzhyphen durchziehen mit Sicherheit weite Teile des Baumes und der angrenzenden Bereiche. Ich befürchte, es ist unmöglich, einen Pilzbefallbefall in so einem Fall mechanisch loszuwerden. Du erreichst allenfalls eine vorübergehende Schwächung von Pilz und Baum. Ich kann mir vorstellen, dass Du danach über ein paar Jahre keine Fruchtkörper mehr siehst, mehr wird vermutlich nicht zu erreichen sein.

      Es ist zwar definitiv so, dass der Pilz potenziell schädlich für den Baum werden kann (s. mein vorangehender Beitrag) und daher sehr verständlich, dass Du aktiv werden willst. Aber vermutlich bleibt Dir nicht viel anderes übrig, als den Baum besonders gut zu pflegen und Nässe möglichst abzublocken (vielleicht durch einen Schutzbau) - und zu hoffen, dass der Baum von allein ein gutes Miteinander mit dem Pilz findet. Vielleicht wird der Baum ihn ja wieder los. Dann aber wahrscheinlich nicht aufgrund des Ausschabens.
      Pilze, die im Boden leben (und das tut er bei Deiner Olive zumindest teilweise) reagieren empfindlich auf Veränderungen im Boden. Da Du den Baum erst seit gut drei Jahren stehen hast, hat sich das Umfeld also verändert und damit muss der Ölbaumpilz mittelfristig ersteinmal klarkommen!

      Gruß
      Matthias
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    • Hallo Matthias,

      vielen Dank für deine Infos. Gibt es nicht irgend eine Chemiekeule, welche man anwenden könnte?
      Ich habe noch ein Fungizid (siehe Foto) aus Italien zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit usw.
      Vielleich könnte dies ja etwas bewirken.
      Aus dem Italienischem frei (Google) übersetzt:

      Fungizide wasserdispergierbare Granulate auf Basis von Kupfer zur Steuerung von vielen Krankheiten, die Obstbäume, Wein, Oliven, Zitrusfrüchten und Gemüse beeinträchtigen.
      Für die Pflege Ihrer Pflanzen WICHTIG GEGEN Mehltau, Schorf, AL MAL DRY-Augen-Pfau, der Blase und Rost. VORBEREITUNG AUF LT. 80 DIE ANTWORT AUF IRRORABILE

      Was ist
      Zapi Kupferoxychlorid WDG kämpft viele Krankheiten Schorf, Mehltau, Corineus, Monilia, Hals trocken, allupatura, Melanose, Rußtau, Anthraknose, alternariosi, Krebserkrankungen der Holz, Pfau Auge, bakterielle Erkrankungen, die Weinreben, Obstbäumen Apfel, Birne anzugreifen, Aprikose, Pflaume, Kirsche, Pfirsich, Mandel, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Oliven, Gemüse, Kartoffeln, Tomaten, Karotten, Zwiebeln, Auberginen, Melonen, Salat und Zierpflanzen.

      Gruß

      Markus
      390088_FUNGICIDA_CURENOX.jpg
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    • Schwer zu sagen. Ich persönlich würde in so einem Fall eine Chemiekeule ablehnen. Du kannst die Wirkung ja nicht aufg den Baum begrenzen. Wenn Du einen Pilz, der in (und nicht auf) einem Baum lebt, chemisch loswerden willst, musst Du das Mittel ja systemisch einsetzen, er muss es also über den Boden aufnehmen.
      Du siehst darin vielleicht eine Chance, den Pilz zu bekämpfen, aber Du musst auch sehen, dass Du da jede Menge fein verteiltes Kupfer (bzw. eine Kupferverbindung) in Deinem Garten ausbringst - also ein Schwermetall! Das löst sich ja nicht einfach in Nichts auf, sobald der Pilz Wirkung zeigen sollte. Diese Keule schwingt dann nicht nur gegen den Baum...

      Ist das Mittel im Gartenbereich in Deutschland überhaupt zugelassen??? Wie auch immer, wenn es für Obst- und Gemüsepflanzen geeignet ist, sollte man ja aber zumindest denken, dass es einigermaßen verträglich ist.

      Ich vermute, dass ein so weitreichender Befall bei einem ausgepflanzten Baum, wie bei Deinem, auch chemisch langfristig nicht in den Griff zu bekommen ist. Kurzfristige Schwächungen des Pilzes sind vielleicht möglich.

      Gruß
      Matthias
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    • Leichte Entwarnung :P . Noch was gefunden...

      Hier: 14th_congress_english.pdf
      heißt es auf Seite 317, dass man an einigen Oliven explizit nachgeschaut hat, ob der Pilz die Fähigkeit besitzt, diese Bäume zum Absterben zu bringen. In den untersuchten Fällen hatte er das nicht!!!
      Das Wachstum beschränkte sich offenbar nur auf bereits abgestorbene Teile des Stammes und der Wurzeln. Die Hoffnung, dass das so ist, hatte Volker ja auch schon geäußert (Beitrag 6).
      Ist sicherlich nur ein weiterer Mosaikstein in der Einschätzung der Gefährlichkeit dieses Pilzes. Aber immerhin, vielleicht ein Hinweis, dass "Nichtsmachen" in diesem Fall die richtige Strategie sein könnte.

      Gruß
      Matthias
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