Mein neuer Winterschutz...

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    • Hallo Jürgen,

      hast du dein Heizkabel überprüft ob es in Ordnung ist?

      Sollte die Heizleistung nicht gereicht haben, würde ich aber nicht immer noch längere Heizkabel verwenden. Am Ende verbraucht man so auch immer mehr Energie. Außerdem wird es mit zunehmender Länge des Heizkabels immer aufwendiger und umständlicher das ganze anzubringen. Die Zeit kann man sich sparen.

      Nur mal zum Beispiel: Ich beheize meine Bananen und meine Phoenix (Schutzhöhe jeweils 3m Höhe und 0,8m Durchmesser, Mantelfläche ca. 9,4 m² ) mit gerade einmal 120 Watt. Das Heizband ist 8m lang. Dabei mache ich mir nicht mal die Mühe die Bänder gleichmäßig um die Pflanzen zu wickeln. Dafür würde die Länge auch niemals reichen. Mit diesen 120 Watt kann ich den Schutz auch bei -15 Grad noch frostfrei halten. Die Luft zirkuliert im Schutz und verteilt sich dadurch.

      Ziel sollte es sein, dass ein Winterschutz mit möglichst wenig zusätzlicher Energie auskommt. Der Schutz sollte also eher so gestaltet sein, dass möglichst wenig Energie verloren geht und man da wo es nötig ist, mit möglichst kurzen Heizbändern arbeitet.
      Das bedeutet also eine möglichst effektive Umhüllung zu schaffen.

      Mit einer Vlieshülle kommt man hier schnell an seine Grenzen. Besonders an exponierten, windigen Standorten. Die Vliese sind sehr luftdurchlässig. Wind drückt die kalte Luft z.B. einfach durch das Vlies hindurch. Bei Sturm ist die Wirkung eines Vlieses daher stark reduziert. Man kann den Effekt auch mit einem Strickpullover vergleichen. Wenn man sich damit bei -10 Grad in den Wind stellt, wird man schnell merken, dass die Wärmeleistung gegen 0 geht.

      Ich würde also eher an deiner Umhüllung arbeiten. Zwischen den Blättern und der Außenhülle sollte immer noch etwas Luft bleiben. Da die Luft im Kronenbereich bei stark gebundenen Blättern schlechter zirkuliert, sollte das Heizband locker im Kronenbereich enden. Bei einer guten Umhüllung muss aber nicht die komplette Krone mit umwickelt werden.
      Den Wurzelbereich muss man bei einer Trachy nicht mit heizen. Eine höhere Bodenwärme ist für die Pflanze zwar nützlich, in den meisten Gebieten kann man aber auf eine Wurzelschutz bei einer Trachy verzichten. Ansonsten reicht ein wenig Mulch oder eine doppelte Kokosmatte oder ähnliches vollkommen aus. Der Boden brauch nicht extra noch beheizt zu werden. Außer vielleicht in sibirischen Extremwintern mit wochenlang -20 Grad. Wichtig ist zudem, dass der Boden im Schutz frei bleibt. Im Schutz sollte also nicht gemulcht werden.
    • Hallo Rene.

      Rene schrieb:

      Sollte die Heizleistung nicht gereicht haben, würde ich aber nicht immer noch längere Heizkabel verwenden. Am Ende verbraucht man so auch immer mehr Energie.
      Das stimmt nicht ganz, wenn das Ganze Thermostat gesteuert ist
      .
      Kurzes Heizkabel - lange Einschaltdauer.
      Langes Heizkabel - kurze Einschaltdauer.

      Somit ist der Energieverbrauch gleich.

      Da die Aufheizzeit des Schutzes mittels eines längeren Kabels kürzer ist, ist auch die Gefahr dass die Temperatur in einen gefährlichen Bereich absinkt geringer.

      Auch bezüglich des Vliesschutzes habe ich andere Erfahrungen gemacht, er hält die Wärme sehr gut, besser als ein Folienschutz.
      Besser ist natürlich ein Schutz aus Styropor, der ist allerdings nur begrenzt nutzbar und sehr sperrig in der Lagerung.
      Wenn ich aber gegen rechne, der Washingtoniaschutz hat diese Wintersaison bis jetzt, gerade mal 1,83€ an Energie verbraucht, ist somit der Vliesschutz die preiswerteste Variante, wenn man die Anschaffungskosten und den Arbeitsaufwand gegen rechnet.
      Der Innenraum kühlt auch bei starkem Wind nur unwesentlich schneller aus, das lies ist zwar atmungsaktiv, aber Winddicht, annähernd vergleichbar mit Gore-Tex.

      Zum Schluss noch eine Grafik der letzten Nacht, unten die Außentemperatur, grau, oben die Temperatur unter dem Vlies.
      Man kann sehr schön die kurzen Einschaltzeiten des Heizkabels erkennen.


      washi.jpg

      Und hier die 24 Stunden des gestrigen Tages mit Tiefstwerten um -8°C in der Nacht.

      washi.jpg

      Volker
    • Hallo Volker,

      vielleicht sollte ich es noch mal etwas anders ausdrücken.

      Welche Energiemenge nötig ist um die Pflanze im Schutz am Leben zu halten, wird von der Umhüllung bestimmt. Die Energie, bzw. Wärme wird einzig und allein über die Oberfläche an die Umgebung abgegeben. Wenn man eine schlechte Hülle hat, benötigt man mehr Energie. Während in einem gut isolierten Schutz z.B. 100 Watt reichen um die abgegebene Energie auszugleichen benötig man bei gleicher Schutzgröße und schlechterer Isolierung beispielsweise 250 Watt. Man muss das ganze natürlich immer in Relation betrachten. Die Einschaltzeiten spielen bei einer gut isolierten Hülle kaum eine Rolle, es sollte natürlich sinnvoll geschaltet ist. Bei einem durchlässigen Vlies, bei dem die Wärme womöglich gar nicht erst oben im Schutz ankommt, weil die Luft bereist wieder ausgekühlt ist, ist das natürlich eine andere Sache. Bei schlechter Isolation, bleibt natürlich nichts anderes übrig, als die Palme möglichst eng zu umwickeln, damit die Wärme gleichmäßig an der Palme anliegt.
      Ein gut isolierte Hülle kann man aber praktisch als abgeschlossenes System betrachten in dem sich die Wärme gut durch Zirkulation verteilen kann. Hier spielt es daher auch weniger eine Rolle, wie man die Energie dem System zuführt. Man muss nicht mehr die ganze Palme umständlich umwickeln und womöglich noch mehrere Heizkreise verwenden.
      Das hast du ja nun auch schon bei deiner Washi gemerkt.

      Folie ist ganz sicher keine Alternative!
    • Ein gut isolierender Schutz hat aber auch einen gravierenden Nachteil, er ist luftdicht.
      Somit kommt es sehr leicht zu Schimmelbildung durch die hohe Luftfeuchte innerhalb des Schutzes.

      Man muss eben abwägen, was man möchte, 2 bis 3€ mehr an Energiekosten oder eine geschädigte Palme.
      Im ersten Winter nach dem Auspflanzen, stand die Washi in einem Schutz aus Noppenfolie, sie war im Frühjahr stark vom Schimmel befallen obwohl ich bei positiven Temperaturen immer gelüftet habe.
      Seit ich den Vliesschutz nutze gab es keinen Schimmel mehr und der Stromverbrauch ist, durch das geringere Volumen, weitaus geringer als beim Folienschutz.
    • Hallo Volker,

      wie gesagt, Folie halte ich auch als vollkommen ungeeignet für den Winterschutz. Es bringt viele negativen Eigenschaften mit sich, die sich für die Pflanzen und die Überwinterung negativ auswirken.

      Eine gute Isolation schließt eine ausreichende Atmungsaktivität aber nicht aus. Schimmelbildung ist mit dem richtigen Material überhaupt kein Thema, ganz im Gegenteil. Denk mal an deine Winterjacke. Darin hattest du sicher auch noch nie Schimmelprobleme.
      Feuchtigkeit kann in Form von Wasserdampf nach außen abtransportiert werden, dennoch ist die Jacke wasserdicht und winddicht.
    • So ihr beiden, wie ich ja schon geschrieben habe, die sechs Wicklungen mit rund 4m x 15W/m haben für meinen 2m Schutz als Heizleistung nicht gereicht.Den Rest der 12m habe ich ja in Ringen um die Wurzel verteilt.Ich werde nächstes Jahr das Kabel bis in die Krone führen.
      Das das Vlies winddurchlässiger ist, ist mir schon klar. Ich habe bei meinen drei Vlieshauben 2 Stück 2m und eine 4m , alle mit mindestens 4 Lagen 120g/m2,während der letzten Wochen genau 2 kw/h verbraucht, also rund 0.60 €. Es gab in den letzten 8 Jahren keinen Winter in denen es mehr als 4-6kw/h waren.Damals allerdings für zwei Bauten.
      Rene'.ich benutze ja auch einen Mattenschutz von dir, am Haus wo ich jeden Tag drauf sehe. Der ist natürlich für extrem Temperaturen genial geeignet, keine Frage. Für den Schrebergarten, bei 8-10 laufenden Metern aber dann doch etwas zu Preisintensiv. Da lege ich pro Winter lieber ein paar kw Heizleistung zu.
      Zu dem Mulch um die Palmen. Da normalerweise der Schutz bis -8º, 9º offen ist, halte ich persönlich den Mulch für sinnvoll. Warum ? Es kann ja passieren das Wochenlang die Temperaturen regelmäßig in der Nacht auf -7º fallen , der Schutz ist offen und die Heizung natürlich nicht in Berieb. Dann grabt mal im Garten um, wie tief der Boden gefrorenen ist . Deswegen mulche ich um die Palmen und verschließe den Schutz erst wennes nötig ist.
      VG Jürgen


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    • Ja, absolut. Das Material muss in der Lage sein Wasserdampf hindurch zu lassen. Folie kann sowas einfach nicht. Der Wasserdampf wird beim Vlies ja über winzige Löcher im Material abgegeben. Bei anderen Materialen ist das vom Prinzip her auch nicht wesentlich anders. Je kleiner diese Löcher, umso besser. Durch die recht grobe Struktur des Vlieses, ist die Winddichtigkeit nicht gegeben und es ist auch wasserdurchlässig usw. usw.

      So ein Vliesschutz ist definitiv nicht die schlechteste Methode, erst recht nicht, wenn man es mehrlagig benutzt. Es geht aber eben auch noch wesentlich besser und effektiver. Darum ging es mir aber auch überhaupt nicht.

      Ich wollte Jürgens Schutz auch nicht kritisieren, sondern nur mal ein paar Punkte aufzeigen, die er verbessern kann. Die Nutzung eines längeren Heizbandes ist aus meiner Sicht absolut unnötig. Das Spielchen mit immer längeren Heizkabeln ist mit dem Wachstum der Palme sehr bald ausgereizt und langfristig nicht der richtige Weg. Das kann sich Jürgen sparen. Er kann aber schon mal ganz einfach die Schlaufen am Boden weglassen und hat damit automatisch auch wieder mehr Heizkabel für den Bereich zur Verfügung, wo es wirklich nötig ist. Die Styroporplatten am Boden schaden zwar nicht unbedingt, trotzdem würde sie weglassen. Wenn er mit Rindenmulch arbeiten möchte, reicht der Mulch vollkommen aus. Ansonsten kann er noch mal bei der Umhüllung ansetzen. Die Umhüllung ist nun mal das A und O bei der ganzen Sache. Wenn zwischen den einzelnen Vlieslagen keine Luft dazwischen kommt, kann man auch 20 Lagen drüber machen und hat kaum Isolation. Zwischen den Lagen muss etwas Abstand erreicht werden. Dann sind 2 Lagen Vlies besser als 20. Die einfachste Methode ist immer, wenn man 2 Hüllen möglichst locker übereinander anbringt. Noch besser, wenn man dazwischen zumindest an einigen Punkten Abstandhalter o.ä. anbringt, damit auch bei Wind die einzelnen Schichten nicht aneinander gepresst werden können.
      Nicht das Vlies ist der Isolator, es verhindert im besten Fall einigermaßen, dass die Luft da bleibt wo sie ist. Die Luft ist das was die eigentliche Isolation bringt, diese gilt es einzuschließen. Da Vlies recht luftdurchlässig ist, hat das aber nun mal auch seine Grenzen , vor allem bei Winddruck. Man kann also auch materialtechnisch noch einiges verbessern. Wobei das am Ende aber auch eine Preisfrage ist, die jeder wiederum für sich entscheiden sollte.
    • Hallo Jürgen..

      noch mal kurz zum Mulch.. Der Boden ist gefroren, das ist klar. Miss aber mal die Bodentemperatur. Da muss es schon sehr lang und sehr stark frieren, damit es für die Wurzeln gefährlich wird. Wobei ein warmer Boden natürlich immer besser ist als ein kalter. Der Rindenmulch erfüllt dabei aber auch seinen Zweck und lässt den Bodenorganismen noch genügend Luft zum atmen. Ohne Bodenleben nutzt die Bodenwärme nämlich auch nichts. Die Microorganismen machen die Nährstoffe ja erst für die Pflanzen verfügbar.
    • Rene schrieb:

      Die Styroporplatten am Boden schaden zwar nicht unbedingt, trotzdem würde sie weglassen.
      Weshalb?
      Die Platten halten die Wärme viel besser im Boden als nasser durchgefrorener Mulch oder Kokosmatten, zudem ist es eine saubere Sache.

      Rene schrieb:

      Miss aber mal die Bodentemperatur. Da muss es schon sehr lang und sehr stark frieren, damit es für die Wurzeln gefährlich wird.
      Da gebe ich dir vollkommen Recht.
      Selbst bei 50cm tief gefrorenem Boden habe ich in 10cm Tiefe noch nie Temperaturen unter -2°C gemessen.
      Für Trachys ist das verträglich, nicht aber für meine Washingtonia, die streicht schon bei 0°C die Segel.

      Volker
    • Da möchte ich aber zu bedenken geben. Warum vertrocknen Trachys schon bei relativ wenig Frostgraden wenn sie im Topf stehen und der Durchfriert? Sie können aus dem gefrorenen Boden einfach kein Wasser ziehen wenn die Sonne die Blätter erwärmt. Ein schönes Beispiel dafür steht bei uns auf Arbeit. Unser Hausmeister hat sie erst nach ein paar Tagen Dauerfrost vor Weihnachten rein geholt. Das Ergebnis sieht wie Sonnenbrand aus aber keine Frostrisse oder sowas. Deshalb halte ich lieber den Boden mit Mulch frostfrei.
      Jürgen

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    • Hallo Jürgen.

      Ja, klar, im Topf fehlt die aufsteigende Bodenwärme.
      Ein Topf ist ganz und gar dem Luftfrost ausgesetzt.
      Da ist die Substrattemperatur annähernd gleich der Lufttemperatur.

      Deshalb ist es ja auch kontraproduktiv einen Topf auf eine isolierende Styroporplatte zu stellen, das nimmt ihm auch noch das letzte bisschen Bodenwärme.

      Volker
    • Hier mal die aktuellen Bodentemperaturen des DWD am Beispiel des Flughafen Hannover.
      Rechts ist das aktuelle Datum, wie man sieht, zur Zeit sind es dort man gerade 0°C an der Erdoberfläche.

      bo.jpg

      Oder hier Chemnitz

      bo.jpg


      Quelle: Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Leistungen - Bodentemperatur

      Volker
    • Steinhart bedeutet aber nicht gleich eiskalt, zum gefrieren reichen ja 0 Grad.
      Die Temperatur weiter unten ist aber noch ausreichend um die ausgepflanzten Exoten (Trachys) zu versorgen.
      Wenn es sehr tief gefriert, kommt es zur Frosttrocknis, die Blätter vertrocknen, aber die Wurzeln erfrieren deswegen immer noch nicht.
      Dazu bedarf es unter -5°C.in tieferen Schichten und das kommt sehr selten vor.
    • Hallo Jürgen,

      du kannst eine im Kübel stehende Trachy nicht mit einer ausgepflanzten vergleichen. Die ausgepflanzte Palme hat nicht nur Wurzeln direkt unter der Erdoberfläche, das Wurzelwerk reicht bei einer etablierten Pflanze mindestens bis in den frostfreien Bereich. Das wird in Deutschland kaum vorkommen, dass der Boden so tief durchfriert, dass eine ausgepflanzte Trachy kein Wasser mehr bekommt. Außer sie steht noch nicht lang in der Erde. In der ersten Wintersaison kann es daher durchaus Sinn machen. Danach sollte eine gesunde Palme soweit angewachsen sein, dass sie keinen Wurzelschutz mehr benötigt.
      Wie gesagt, schadet es nicht wenn du den Wurzelbereich abdeckst, nötig ist es aber nicht. Es müsste wirklich ein absoluter Extremwinter sein, der den Boden bis in 80 cm Tiefe gefrieren lässt, damit die Palme ernsthaft geschädigt werden könnte.

      Bei einer Washi ist das natürlich etwas anderes. Aber selbst die würde es in normalen Wintern auch ohne packen. Washi Wurzeln reichen noch viel tiefer in den Boden, als eine Trachy. Meine Phoenix bekommt z.B. auch keinen extra Wurzelschutz.
    • Rene schrieb:

      Bei einer Washi ist das natürlich etwas anderes. Aber selbst die würde es in normalen Wintern auch ohne packen. Washi Wurzeln reichen noch viel tiefer in den Boden, als eine Trachy
      Dabei muss man aber bedenken, wenn die Versorgungsbahnen (Leitbündel) im Bereich der Erdoberfläche nicht mehr funktionieren, nützen die im tieferen Bereich angesiedelten Wurzeln auch nichts mehr.