was ist das fuer eine Olivensorte

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    • was ist das fuer eine Olivensorte

      Hallo kennt jemand diese Sorte olea Europaea Tortuga ?diese Sorte verkaufen die in Mannheim Gärtnerei. Beier !

      Weill ich wollte mir ein Baum kaufen und wollte Kerne wiessen ob dieser Baum auch gut für uns in Deutschland ist zum ausflanzen wegen - grade und von wo der kommt ? Ich finde nichts im Internet!

      Gruss Jose
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    • Tortuga heisst doch Schildkröte..

      Wohl ist das der Phantasiename eines Händlers oder so ähnlich... vielleicht auch eine Verwechslung. Der Name ist mir bei Olivensorten noch nie untergekommen.

      Sorten mit denen man es am ehesten probieren kann, gibt es übrigens mehrere. Ich würde grundsätzlich eine Sorte nehmen, die man in den Randzonen des Olivenanbaus findet. Keine andalusischen, süditalienischen (und so weiter) Sorten.

      Grüße
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    • Philippus schrieb:

      Keine andalusischen,
      Weshalb nicht?
      Gerade die Sorten welche an den Ausläufern der Sierra Nevada wachsen sind sehr winterhart.



      Dieser Landstrich besticht durch eine karge Landschaft und so weit das Auge reicht, sieht man nichts als Olivenbäume. Da die Region in den Ausläufern der Sierra de Nevada liegt, kann es im Winter auch schon mal Schnee geben und gefrieren.- 80 % der Oliven, die hier angebaut werden, gehören zu der Sorte "Picual". Der Baum dieser Sorte zeichnet sich durch seine Robustheit gegen Kälte aus. Das Öl, welches man aus Picual-Oliven gewinnt, ist dank eines hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren lange haltbar.
      Volker
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    • Ps.

      Meinen Picual halte ich fast wie einen deutschen Apfelbaum, er darf auch mal die Blätter verlieren.
      Das war zuletzt im Winter 13/14 so.
      Den Winter 14/15 hat er ohne Blattverlust überstanden.

      Auch mein kleiner Hojiblanca, ebenfalls aus Andalusien, stand im Topf unter den Carport, null Schäden und nun blüht er bereits.
      Das soll eine italienische Sorte erst mal beweisen.
      Für mich sind die Andalusier die härtesten Sorten.

      Volker
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    • @Volker

      Du hast recht, dass Picual und Hojiblanca in Andalusien kultiviert werden, durchaus recht harte Sorten sind und dass ich mit "andalusisch" zu sehr verallgemeinert habe. Picual hat vor allem den Vorteil, bereits als jüngere Pflanze schnell eine hohe Frostresistenz zu entwickeln.
      Ich hatte die Manzanilla im Kopf, die sehr häufig angeboten wird und welche weltweit und in Spanien die meist angebaute Olivensorte ist, eine frostempfindliche Sorte.

      Dass die andalusischen Sorten insgesamt die härtesten sind, stimmt aber meiner Meinung und Erfahrung nach nicht.
      Ich habe fast 15 Jahre lang mit Oliven diversester Kultivare experimentiert und bin, übereinstimmend mit anderen sowie mit einiger Fachliteratur bzw. auch Studien und dokumentierten Fällen zu anderen Ergebnissen gekommen. Die zwei erst genannten sind zweifelsfrei recht harte Sorten, wobei zumindest die beiden spanischen Sorten Cornicabra und Arbequina wenigstens genauso hart, eher härter sein dürften.

      Bei den italienischen Sorten sollte man von der häufig angebotenen aber nur mäßig frostharten Frantoio eher Abstand nehmen. Leccino gilt aber zurecht als eine der härtesten Sorten überhaupt, die zudem auch mit den Lichtverhältnissen Mitteleuropas und Inversionswetterlagen gut zurecht zu kommen scheint. Ähnliches gilt für Bianchera aus Oberitalien. Auch Ascolana gilt als sehr hart.

      Sehr hart ist auch die Aglandau aus der Provence. Das ist der Kultivar, der beim großen Olivensterben im Februar 1956 die größte Überlebensrate hatte. Sie ist nicht zufällig die Olivensorte, welche in den Randzonen der Olivenkulturzone Südfrankreichs hauptsächlich angebaut wird (und dort am besten angepasst ist). Temperaturen um die -20°C und knapp darunter sind dokumentiert. Diese Sorte bewährt sich jährlich in Gebieten, wo die Temperatur nachts regelmäßig zweistellig unter Null fallen kann. Sie mag es allerdings nicht zu feucht und wird dann anfälliger, ist aber bei länger anhaltenden tiefen Temperaturen sehr gut. Sie hat bei mir die besten Ergebnisse erzielt.
      Dokumentiert ist ebenfalls ein Fall, an dem -23°C von einer Sorte namens Moufla im Languedoc ohne Schäden überstanden worden sein soll. Der Baum fruchtete sogar im folgenden Herbst. Für Moufla gilt das gleiche wie für Leccino: gutes Auskommen mit eisiger Kälte zusammen mit feuchten und schlechten Licht-Verhältnissen wie in Mitteleuropa.

      Auch aus dem Norden Griechenlands sind Fälle mit -20°C und knapp darunter ohne nennenswerte Schäden dokumentiert.

      Andere Sorten die als sehr hart gelten:
      - Olivastra Seggianese
      - Cipressino
      - Grossane
      - Oliviere
      - Ribier
      - Bouteillan


      Hier Sortenbeschreibungen aus dem Weltweiten Katalog der Olivensorten des IOC (auf das jeweilige Land klicken, leider nur auf italienisch).
      Frantoio BO - Catalogo mondiale delle cultivar da olio e olive

      Grüße
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