Wurzelschutz

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    • Wurzelschutz

      Sehr erstaunlich....

      exotenfans.eu/index.php/Attach…eaf0a3488ff23961eb03bbf00

      Der Sensor Trachy, Boden ist 5cm tief im ungeschützten Boden.

      Der Sensor Washi, Boden ist 5cm tief im mit Styropor geschütztem Boden.

      Demnach ist ein Schutz der Bodenoberfläche manchmal gar nicht von Vorteil.
      Man könnte nun meinen, klar, der Boden unter dem Styropor kann sich ja auch schlechter erwärmen, nur gab es gar keine Temperaturen, welche den frei liegenden Boden auf 2,7°C aufheizen hätten können.
      T. max war Heute 1,1°C
      Heute Morgen lag die Bodentemperatur ohne Oberflächenschutz noch bei 2,2°C, sie ist also von unten her, nicht aus der Luft, angestiegen.

      Weshalb aber unter dem Styropor nicht?

      Eine Erklärung hätte ich dazu, die Zirkulation fehlt.
      Die Wärme steigt von unten im Boden auf, durch das Styropor wird diese Zirkulation abgeblockt.
      Anders kann ich mir das nicht erklären.

      Wenn dem so wäre, würde das die gesamte Theorie des Wurzelschutzes, z. B. das Mulchen, über den Haufen werfen.
      Ich werde es beobachten.


      Volker
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    • Hallo Volker,

      eine interessante Sache...

      Messen beide Temperaturfühler gleich (also geben sie bei gleicher Temperatur auch den gleichen Wert an)? Wie groß ist gegebenenfalls eine Abweichung des Lufttemperaturfühlers?


      Bei mir wird leider kein Bild angezeigt, ich hoffe, dass das, was ich nun schreibe, nicht durch irgendetwas, was darauf zu sehen ist, schon beantwortet wird...
      Gibt es künstliche (z. B. ein Haus) oder auch "natürliche" (z. B. ein Komposthaufen) Wärmequellen, die näher an dem Fühler im ungeschützten Boden liegen als an dem anderen?

      Volker schrieb:

      Eine Erklärung hätte ich dazu, die Zirkulation fehlt.
      Ich wäre ziemlich überrschascht, wenn das die Erklärung ist. Kann mir nicht vorstellen, dass die Zirkulation im Bodenbereich einen nennenswerten Anteil am Wärmetransport innerhalb des Bodens hat (es werden nur sehr geringe Massen bewegt und diese nur langsam). Ich würde denken, dass der Transport nahezu ausschließlich über molekularen Anstoß funktioniert. Nur Wasser, wenn es durch den Boden fließt, bzw. sickert, dürfte Einfluss haben, gerade im Bereich der Oberfläche.

      Folgende Phänomene könnten zumindest auch noch eine Rolle spielen:

      a) Kondensationswärme
      Wenn Wasser kondensiert, erwärmt es sich (entsprechend umgekehrt, wird beim Verdampfen Wärme der Flüssigkeit "entzogen"). Auf dem kalten Boden könnte Wasser kondensiert sein. Dadurch würde es oberflächlich zu einem (vermutlich nur geringen) Wäremeintrag gekommen sein.

      b) Strahlung
      Der freiliegende Boden erwärmt sich durch die Sonne (auch wenn Wolken davor sind). Der unter dem Styropor kann das nicht. Wenn die Absorption der Sonnenstrahlung den Einfluss der Erwärmung aus dem Boden von unten her übertrifft, würde obenflächennah ebenfalls eine höhere Temperatur herrschen können als unter Styropor.

      Gruß
      Matthias
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    • Hallo Matthias.

      Matthias H schrieb:

      Messen beide Temperaturfühler gleich (also geben sie bei gleicher Temperatur auch den gleichen Wert an)? Wie groß ist gegebenenfalls eine Abweichung des Lufttemperaturfühlers?
      Beide Sensoren sind Kabelsensoren.
      Ich habe alle meine Sensoren kalibriert, sie zeigen in der Software (Fhem) die angepassten Werte an.
      Der Sensor im Boden unter der Trachy ist im freien Boden, eine Wärmequelle gibt es dort nicht.

      Zur Zeit haben wir -6,9°C Lufttemperatur, in 5cm Tiefe im ungeschützten Boden unter der Trachy ist es immer noch +1,3°C warm.
      Deshalb bezweifele ich, dass jemals die für die Wurzeln schädliche Temperatur von -6°C im Boden erreicht wird.

      Der Bodensensor der Washi mit dem Styroporschutz zeigt 1,9°C, aber nur weil mehrmals die Bodenheizung aktiv war.
      Sie schaltet bei +0,9°C ein und bei +1,1°C aus, durch die Schaltdifferenz von 7 Minuten (die Sensoren senden nur alle 7 Minuten) wird der Boden meist wärmer als 1,1°C.




      Volker
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    • Volker, guck mal hier.
      Das ist eine Veröffentlichung vom DWD. Ich bin mir noch nicht sicher, ob uns das irgendwie weiterbringt bei Deinen Messungen. Vielleicht kann man aus dem Temperaturprofil auf der ersten Seite etwas lernen...

      Dann noch etwas - auch wenn ich fast vermute, dass das in diesem Fall wohl doch keine Rolle spielen kann...
      Die Bodentemperatur unter Styropor wird sich immer nur viel träger verändern als im offenen Boden - mal völlig unabhängig betrachtet von der absoluten Temperatur. Wenn es also längere Zeit kalt ist, kühlt es sich entsprechend auch unter dem Schutz langsam ab. Die Temp. geht - nach allem, was man annehmen kann - nicht so weiter herunter wie im ungeschützten Boden, aber kalt wird es eben auch dort. Wenn dann Faktoren (Lufttemp. Sonnenstrahlung, Kondensation...) wirken, die prinzipiell in der Lage sind, die Bodentemp. heraufzusetzen, passiert das unter Styropor auch wieder erst sehr zeitverzögert. Die Temperatur wird unter Styropor bei Wärmeeinfluss aus der Luft natürlich auch - absolut gesehen - nicht so hoch steigen, wie im offenen Boden.
      Könnte die tiefere Temp unter Deinem Schutz also eine Folge vorangegangener Kälte gewesen sein? Der Boden würde sich dann in der (sehr langsamen) Erwärmungsphase befinden. Würde sich aber eben deutlich langsamer als der offene Boden erwärmen können.
      Was allerdings nicht zu passen scheint, ist Deine Angabe der Lufttemperatur. Demnach gab es zumindest in dem Zeitraum, um den es geht, keine Erwärmungsphase (Wenn ich alles richtig verstanden habe). _:frage

      Gruß
      Matthias
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    • Das Modul vom DWD kenne ich.
      Es zeigt zur zeit auch etwa 0^C in 5cm Tiefe an, das messe ich auch unter der Trachy.
      Nur erklärt es nicht, weshalb die Temperaturen unter dem Styropor tiefer liegen als ohne Bodenabdeckung.
      Das tritt selbst dann auf, wenn ich die Abdeckung bei höheren Außentemperaturen entferne, sich der Boden dann auf bis zu 5°C aufgewärmt hat und nach erneuter Abdeckung sehr schnell wieder gegen 0°C tendiert.

      Sehr rätselhaft.....




      Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Leistungen - Bodentemperatur

      Volker
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    • Meiner Meinung nach gibt es für Deine Messdaten nur eine plausible Erklärung:

      Wir nehmen mal Folgendes an:
      Im Boden in ca. 20 cm Tiefe herrscht eine Temperatur von ~ 0 °C (vielleicht auch 0,5 °C, 1 °C oder 1,5 °C ... ist nur eine theoretische Temperatur. Welche dort als eine Art Mittelwert des Wetters der letzten Zeit tatsächlich zustande gekommen sein könnte, wäre eine andere Frage...).

      Wenn ich den Boden zur Luft hin perfekt isolieren könnte, würde ein Sensor in 5 cm Tiefe nur durch die Temperatur aus dieser tieferen Bodenschicht beeinflusst werden (und durch seitlich unter die Isolation dringende Einflüsse).

      Ein Sensor im ungeschützten Boden in 5 cm Tiefe wird aus zwei "Richtungen" beeinflusst: Durch die relativ stabile (weil in tieferer Schicht gelegene) Bodentemperatiur in 20 cm und durch alles, was von oben kommt.

      Die Beeinflussung von unten wäre für beide Sensoren annähernd gleich (Zirkulations- und Verdunstungsunterschiede könnten geringe Einflüsse haben). Die Differenz kann also eigentlich fast nur durch den Einfluss von oben kommen.
      Und da fallen mir im Grunde nur die zum Teil schon diskutierten Sachen ein:
      1) Kondensationswärme
      2) Strahlungswärme
      und (eine neue Überlegung)
      3) biogene Wärme: Zum Beispiel durch bakterielle Zersetzung im Boden. Das passiert im Prinzip sicher auch unter Styropor, aber die Behinderung der Zirkulation könnte hier vielleicht dazu führen, dass relative Sauerstoffarmut solche Prozesse dort bremst.
      oder
      4) etwas, was ich/wir einfach noch nicht berücksichtigt haben (was aber eben auch eher von oben - oder zumindest aus der obersten Bodenschicht heraus wirkt.) Ich schreibe das deshalb, weil es für mich, je mehr ich darüber nachdenke, auf eine einfache Gleichung hinausläuft:


      [tiefere Bodentemperatur] = [Temp an der Washi]
      [tiefere Bodentemperatur] + [Vorgänge in der obersten Schicht] = [Temp im ungeschützten Boden]

      Da
      [Temp im ungeschützten Boden] > [Temp an der Washi]
      folgt: Es muss eine "Wärmeentwicklung" im ungeschützten oberflächennahen Boden geben.

      (Die umgekehrte Annahme, es gibt einen "Wärmeentzug" unter dem Styropor, scheint mir höchstens eine theoretische Möglichkeit zu sein.)


      Lässt sich das irgendwie mit der Wirklichkeit in einem Garten in Leiferde in Zusammenhang bringen??? ;smilie[207]

      Gruß
      Matthias
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    • Wie auch immer, eine plausible Erklärung wird man nicht finden.

      Mir ging es eigentlich nur darum zu dokumentieren was eine Bodenabdeckung für Vorteile bringt.
      Mein vorläufiges Fazit, sie bringt nichts oder ist sogar kontraproduktiv.

      Matthias H schrieb:

      Lässt sich das irgendwie mit der Wirklichkeit in einem Garten in Leiferde in Zusammenhang bringen?

      Die Messungen im ungeschützten Boden mache ich nun schon viele Jahre, der tiefste seit dem gemessene Wert lag kurzzeitig bei -1,5°C in 5cm Tiefe.
      Auch im Garten in Braunschweig war das nicht anders, allerdings hatte ich damals noch keine Computer gestützte Auswertung.

      Die für Trachys gefährlichen Bodentemperaturen wurden also nie erreicht.
      Bei einer Washi sieht das allerdings anders aus, die bekommt schon bei +1°C Wurzelprobleme.

      Die Temperatur im ungeschützten Boden stand in den letzten Tagen auf 0°C, Heute erstmals wieder etwas höher, bei +0,1°C
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    • Matthias H schrieb:

      Was passiert eigentlich, wenn Du den Sensor im ungeschützten Boden auch mit Styropor abdeckst - genauso sorgfältig, wie bei der Washi?
      (Falls Du "Lust" hast, den Aufwand einmal zu betreiben...)

      Gruß
      Matthias
      Ich könnte den Sensor einmal kurzzeitig unter der bereits mit Styropor geschützten Trachy anbringen.
      Die steht nur 3,5m entfernt und ist schon seit dem 1, Februar abgedeckt.

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    • Volker schrieb:

      Mein vorläufiges Fazit, sie bringt nichts oder ist sogar kontraproduktiv.
      Ich schätze, wenn es kurzfristig richtig in den Keller geht und die Isolierung dick genug ist, würde es wohl schon verhindern, dass der Boden sich genauso schnell abkühlt wie ein ungeschützter. Allerdings würde er eben auch erst zeitverzögert wieder wärmer werden bzw. manche Wärmequellen würden bei ihm nicht zum Tragen kommen können (Strahlung etc.).

      Vielleicht kontraproduktiv, wenn die Temps. einigermaßen gemäßigt sind und die Tage schon wieder etwas länger werden. Aber ich vermute, hilfreich, um Extremwerte zu mildern.

      hm...eine Gunnera würde doch auch Probleme bekommen, wenn sie nicht ordentlich von oben isoliert werden würde.... merkwürdig... ?(
      Du hast doch auch eine, wenn ich es richtig erinnere. Wie schützt Du die zurzeit?

      Gruß
      Matthias
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    • Matthias H schrieb:

      Du hast doch auch eine, wenn ich es richtig erinnere. Wie schützt Du die zurzeit?
      Da ich die Pflanze nicht besonders mag, habe ich sie diesen Winter gar nicht geschützt.
      Sie wird es wohl nicht überlebt haben.
      Aber der Vergleich hinkt ohnehin, die Gunnera war immer dick mit Laub verpackt, durch die Verrottung entstand zusätzliche Wärme.

      So, nun habe ich den Sensor umgesetzt.

      Vorher, ungeschützter Boden:



      Unter dem Styropor der seit dem 01. Februar abgedeckten Trachy:



      Es ist tatsächlich etwas wärmer.
      Somit ist der Vorteil der Abdeckung eigentlich gering, ich werde den Sensor aber erst einmal dort lassen, um zu sehen wie sich die Temperatur bei Frost verhält.
      In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch soll es wieder stärkeren Frost geben.

      Wie man aber sehen kann, ist in der Zwischenzeit die Wurzelheizung der Washi wieder aktiv geworden, sie wird bei +0,9°C aktiviert.
      Irgendwie muss es dort im Boden kälter sein, obwohl sie nur 2m vom Haus entfernt steht.
      Der Weg zwischen Haus und Washi ist fast immer schneefrei, also recht warm.
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