Hellüberwinterung im Styrodur-Vollschutz

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    • Hellüberwinterung im Styrodur-Vollschutz

      Ich hatte etwas Zeit für Experimente und habe mein Styrodurschutzbautenkonzept um eine Hellüberwinterungsvariante erweitert. Darin werden Energiepar-Arbeitsleuchten als (geregelte) Heizquelle eingesetzt. Temperaturregler ist der bekannt UT-200.
      Der Test erfolgte im Schutzbau meiner Phoenix canariensis (1,5 m² Grundfläche, ca. 2 m³ Volumen, 6 cm dickes Styrodur), den ich vorerst frostfrei halten möchte (die Phoenix wurde erst im Oktober 2010 ausgepflanzt). Die geregelte "Lichtheizung" hat aber nicht das Ziel, in jedem beliebig strengen Winter Frostfreiheit sicher zu stellen. Sie soll lediglich ein besserer Ersatz (= etwas leistungsfähiger und mit viel Licht) für Grabkerzen sein!

      1. Versuch
      Eine Energiespararbeitsleuchte von ELRO mit 32 W Leistung (17 EUR im Baumarkt, IP54!) sollte die bis dahin verwendete Grabkerze ersetzen. Ergebnis: Die Grabkerze hält den Schutzbau etwas wärmer. Anders als von mir angenommen hat eine Grabkerze nicht 25 W Wärmeleistung sondern zwischen 40 W und 45 W ...
      Zwar bleibt der Schutzbau auch mit den 32 W frostfrei, aber dafür muss die Beleuchtung 24 Stunden zugeschaltet bleiben. Die Leistung ist für eine richtige Regelung zu klein. Daher war ein 2. Versuch fällig ...

      2. Versuch
      Eine weitere Energiespararbeitsleuchte von ELRO mit 38 W Leistung wurde in den Schutzbau gesetzt. Idealerweise hat diese eine integrierte Steckdose, so dass ich über diese Leuchte die andere Arbeitsleuchte mit anschließen konnte. Diese Leuchte war etwas teurer (29 EUR im Baumarkt), ist aber auch für den Außeneinsatz im Schutzbau geeignet (IP44). Beide Leuchten zusammen haben 70 W Wärmeleistung und eine Lichtleistung von zusammen 5.000 Lumen. Hiermit funktioniert jetzt auch die Temperaturregelung mit ausreichend Reserve.

      Wetterschutz und Reglerplatzierung
      Wichtig war mir die optimale Wetterfestigkeit der Elektrik. In verschiedenen Foren war ja schon von Schutzbaubränden berichtet worden. Aber auch ein Ansprechen des FI-Schutzschalters wollte ich sicher vermeiden.
      Ich habe daher eine Lösung gewählt, bei der nur ein Verlängerungskabel und (theoretisch) das separate Temperaturfühlerkabel des UT-200 in den Schutzbau gelegt wird. Die Kupplungsstelle des Verlängerungskabels sitzt dabei in einem sog. "Kabelsafe" und ist dadurch auch gut spritzwassergeschützt. Sehr problematisch für den Außeneinsatz ist der UT-200. Er hat lediglich die Schutzklasse IP20, was im Klartext bedeutet: Keinerlei Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit! Richtige Wetterschutzkästen sind sehr teuer, so dass ich die Idee einer Platzierung im Schutzbau oder direkt daneben dann doch verworfen habe. Und einfach selber einen behelfsmäßigen Schutz zu bauen war mir auch zu riskant, da ich die Gefahr der Kondensation von Luftfeuchte im Gerät nicht ausschließen kann.
      Der UT-200 schaltet bei meiner Lösung die wetterfest gestaltete Außensteckdose am Haus und sitzt ca. 25 m vom Schutzbau entfernt trocken und gut zugänglich im Heizungskeller. Es war absolut problemlos, das Fühlerkabel auf 25 m zu verlängern. In der Ausführung für "Nicht-Elektriker" erfolgt diese Verlängerung über ein separates Kabel. Allerdings habe ich das selber anders gelöst ...

      [Ab hier nur nachmachen, wenn fundiertes Wissen der Elektrotechnik vorliegt!]
      Ich wollte nur ein stabiles Kabel zum Schutzbau legen, also kein zusätzliches Kabel für den Temperaturfühler des UT-200! Hierzu habe ich ein spezielles Verlängerungskabel gebastelt, von dessen 5 Adern 3 ganz normal für die 230 V-Verlängerung (Phase, Nulleiter, Erde) verwendet werden und die beiden zusätzlich Adern herausgeführt werden und zur Verlängerung des Temperaturmessfühlerkabels dienen. Am im Schutzbau liegenden Ende des Spezial-Verlängerungskabels (Ölflex-Leitung für 0,6/1 kV, Prüfspannung 4 kV) wurde der NTC-Widerstand des UT-200 Messkabels angelötet (und mit Schrumpfschlauch isoliert und wetterfest gemacht). An der Außensteckdose des Hauses wurden ebenfalls 2 zusätzliche Adern herausgeführt (ich hatte beim Bau des Wintergartens auf Verdacht 5-adrige Installationsleitung gelegt). Dort erfolgt die Verbindung über eine Lüsterklemme (befindet sich regengeschützt in einer verschlossenen Nische). Im Keller wird dann die "verlängerte Messleitung" aus dem Verteiler geholt und auf den UT-200 gegeben.

      Langer Rede kurzer Sinn: Man kann das Messkabel des UT-200 auch in einem gemeinsamen Kabel mit der 230 V-Spannungsversorgung (auf galvanisch 100 % getrennten Adern!) verlängern. 25 m Verlängerung funktionieren auf jeden Fall. Evtl. muss man aber den Stecker drehen, wenn zufällig die Phase der 230 V-Leitung direkt neben der Messleitung liegt. Dann kann die Messung um 0,7 °C hin- und herdriften (induktive Einstrahlung der 50 Hz Wechselspannung). Wenn die Phase nicht direkt neben einer der beiden Messleitungsadern liegt, ist die Messung absolut stabil. Einzig eine leichte Erhöhung der gemessenen Temperatur kann man bei 25 m Verlängerung feststellen. Mein UT-200 hat vor Verlängerung der Messleitung 0,1 °C zu wenig angezeigt, jetzt liegt er genau richtig.

      Hier ein paar Bilder:

      Der teilgeöffnete Schutzbau mit den beiden Energiespararbeitsleuchten:


      Man sieht hier auch die beiden "Kabelsafes" (rot und gelb) als Witterungsschutz für die Steckverbindungen.

      Die Außenansicht des Schutzbaus mit dem "Kombiverlängerungskabel" für 230 V und Messfühlerverlängerung:


      Detailansicht der Außensteckdosen-Nische (mit der Klappe davor):

      Wie man sieht, kommt aus der Steckdose nur das eine Ölflexkabel.

      Und als letztes der UT200 im Heizungskeller:

      Das Kabel, welches in der 230 V-Steckdose des UT-200 steckt, versorgt die Außensteckdose. Wenn man sie ganz abschalten will, wird einfach das Kabel gezogen. Soll die Steckdose im Sommer "normal" (= ohne Regler) betrieben werden, dann kommt der Stecker direkt in die Steckdose neben dem UT-200. Am UT-200 ist das verlängerte Messkabel (rot) mit Cinch-Steckern angeschlossen.

      Gruß
      Thomas
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      Die Strafe, die gute Leute dafür bezahlen, daß sie sich nicht für Politik interessieren, ist, daß sie am Ende von schlechteren Leuten regiert werden. Plato, 428 bis 348 v. Chr.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von TheChemist ()

    • Sieht zwar alles soweit professionell aus, muss aber dazu sagen, das mir dies für Trachies zu aufwendig wäre. Die waren bis jetzt nur einmal eingeschaltet. Hätte also lichtmäßig nicht viel gebracht. Die UT 200 habe ich in dicke blaue Säcke eingewickelt. Da kommt nix dran an Feuchtigkeit.
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    • Andreas1968 schrieb:

      Sieht zwar alles soweit professionell aus, muss aber dazu sagen, das mir dies für Trachies zu aufwendig wäre. Die waren bis jetzt nur einmal eingeschaltet. Hätte also lichtmäßig nicht viel gebracht. Die UT 200 habe ich in dicke blaue Säcke eingewickelt. Da kommt nix dran an Feuchtigkeit.

      Trachy, Jubaea und Brahea armata werden bei mir auch in Zukunft keine Beheizung erhalten (aber auch öfter gelüftet als empfindlichere Palmen). Bei Phoenix und Washingtonia sieht das anders aus, da sollte man m. E. vorsichtshalber schon eine leichte Heizung einplanen.

      Dass dein Regenschutz für den UT 200 auf Dauer funktioniert, kann niemand garantieren. Wasser findet mit der Zeit immer seinen Weg. Da reicht es dann, wenn ganz wenig Wasser ein paar Lagen eindringt, bei der nächsten stärkeren Erwärmung z. T. verdunstet und in der nächsten Abkühlphase im oder am Gerät kondensiert. Mir war es am Ende zu riskant, so ein Gerät, das für den Inneneinsatz konzipiert ist, draußen einzusetzen.

      Meine beiden UT 200 habe ich übrigens günstig als Bausatz erworben und selbst zusammengelötet. Wenn man das mal gemacht hat weiß man auch, wie eng im UT200 die Leiterbahnen zusammenliegen und wie hoch das Potenzial für Kurzschlüsse durch kondensierte Feuchtigkeit ist. Es muss ja nicht gleich eine Katastrophe passieren, es reicht ja schon, wenn der Regler in einer kalten Nacht nicht mehr funktioniert ...

      Gruß
      Thomas
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    • TheChemist schrieb:

      Am UT-200 ist das verlängerte Messkabel


      Moin Thomas

      Wieviele Meter hast Du verlängert und welcher Adernquerschnitt, nach dem Brand im Citrusschutz werd ich auch das UT nächsten Herbst im Haus montieren. 30m dürften bei mir reichen an Verlängerung ind Schumpschlauch bei der Verlängerung des Sensors hatte ich angedacht.
      MfG Jürgen Click for Düren, Deutschland Forecast
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    • @Jürgen

      30m ist kein Problem. Hier mal ein Thread dazu. Da man aber nicht genau weiß, welcher Sensor verbaut ist - hilft Messen in Eiswasser (zur Kontrolle) vor -und nach der Verlängerung.
      Im Normalfall solltest Du keinen Unterschied bemerken.


      -volker-
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    • @J.D.:

      Ich habe ca. 25 m verlängert. Kabelquerschnitt auf ca. 5 m ist 0,75 mm² (Lautsprecherkabel) und auf 15 m (im 5 adrigen Netzkabel neben 230 V) 1,5 mm².

      Wenn die Verlängerung komplett in einem getrennten Kabel (also nicht mit in der Netzleitung) durchgeführt wird, sollte es gar kein Probleme bei 30 m geben. Es ist lediglich darauf zu achten, möglichst wenig Übergangskontakte (Klemmen, Stecker) einzubauen und diese auch nur in geschützter, trockener Umgebung vorzusehen.

      Der Sensor des UT200 ist ein 10 kΩ NTC (10 kΩ bei 25 °C), also ein Sensor mit negativem Temperaturkoeffizienten. Kleinere Änderungen des Gesamtwiderstandes (0,75 mm²-Lautsprecherkabel haben ca. 0,02 Ω/m, also ca. 0,6 Ω bei 30 m) führen zu keiner Änderung der Temperaturanzeige: Die Kennlinie des NTC ist zwar nicht linear, aber die Größenordnung der Widerstandsänderung beträgt um die 500 Ω bei 1 °C Temperaturänderung, 0,6 Ω (30 m Kabel) entsprächen also einem Messfehler von ca. 0,001°C. Kritischer als die Kabellängen sind ganz klar die Verbindungskontakte!

      Gruß
      Thomas
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    • TheChemist schrieb:

      Die Kennlinie des NTC ist zwar nicht linear, aber die Größenordnung der Widerstandsänderung beträgt um die 500 Ω bei 1 °C Temperaturänderung, 0,6 Ω (30 m Kabel) entsprächen also einem Messfehler von ca. 0,001°C. Kritischer als die Kabellängen sind ganz klar die Verbindungskontakte!


      Hallo Thomas

      Wenn das so simpel ist sind sogar ein paar hundert Meter kein Thema, ich hatte wegen des Quarzes nur an HF und der Dämpfung gedacht. Gut dann steht ja einer Verlängerung der Sensoren der UT´s nix mehr im Wege, muss ich mir nur noch etwas zum Beschriften der Sensoren überlegen. Aber die UT´s im Haus sind in jedem Fall die bessere Lösung ;;f ! Von dort kann man ja dann über einen anderen Weg die 220V Versorung betreiben. Die Mehrwegeführung Sensor/Spannung hatte ich eh schon auf der Liste ;)) .

      Oh Gott jetzt verohrt man schon den Garten mit Lehrrohre, an was man nicht alles denken muss für die Zukunft ;smilie[268] . Echt bescheuerte Technikwelt :gri !
      MfG Jürgen Click for Düren, Deutschland Forecast
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    • J.D. aus NRW schrieb:


      Wenn das so simpel ist sind sogar ein paar hundert Meter kein Thema,...
      ... ohne Test würde ich das nicht behaupten wollen:
      Neben dem Widerstand spielen auch kapazitive und induktive Effekte bei so langen Sensorleitungen eine Rolle. Der Widerstand wird vom Mikrocontroller des UT200 indirekt über die Resonanzfrequenz eines RC-Gliedes gemessen. Wenn die Leitungskapazität zu groß wird, kann man durchaus Probleme bekommen.

      Gruß
      Thomas
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    • Hi zusammen,

      Leute, reicht da nicht normal Spannung ran und ein Funkthermostat inkl. Funkschaltsteckdose im Keller? => ELV FS20 System

      Bzgl. der Lampen. Geht es hier hauptsächlich ums Licht oder um die Wärme?
      Klar, aus 50 Watt ESL kommt mehr Licht raus, wie aus Glühobst, dafür kommt aus Glühobst aber mehr Wärmeleistung raus, weil die den Strom schlechter in Licht umsetzt.
      Wenn Du das Licht vernachlässigen kannst, dann setz mal 25 Watt Glühobst rein, dürfte Wärmetechnisch ca. gleich werden.

      Gruß

      Kai
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    • Hallo Kai.

      Solange man keine Temperaturen unterhalb +5°C schalten muss geht das natürlich auch.

      · Temperaturschwelle: beide Kanäle senden einen Schaltbefehl beim
      Unterschreiten einer Temperatur von +5˚C.


      Das Vermögen des UT100 / 200 auch Temperaturen im negativen Bereich zu überwachen macht ihn bei uns ja gerade so beliebt.
      Das beherrscht meines Wissens nach kein anderer Thermostat.

      Volker
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    • @Kai:

      Ob 25 Watt über Energiesparlampe, Glühbirne oder Elektroheizung in einen Schutzbau eingebracht werden, spielt bzgl. der Wärmeentwicklung nicht die geringste Rolle:

      Die Heizleistung beträgt in einem (undurchsichtigen) Schutzbau immer genau 25 W (=> Energieerhaltungssatz). Die Lichtemission gibt es sozusagen gratis dazu:

      Sobald das Licht auf undurchsichtige Oberflächen trifft, wird es in Wärmeenergie umgewandelt (bis auf den verschwindend kleinen und daher vernachlässigbaren Bruchteil des Lichts, den die im Schutzbau befindlichen Pflanzen über Photosynthese zum Aufbau energiehaltiger chemischer Verbindungen einsetzen)!

      Gruß

      Thomas
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von TheChemist ()

    • Okay, da ich nun der Prakmatiker bin, komm ich nicht mehr ganz mit *g
      aber aus deiner Aussage stellen sich mir paar Fragen:
      a) Wieviel von dem entstandenen Licht in Wärme umgesetzt wird hängt doch der Oberflächenfarbe ab, oder nicht? Schwarz speichert die Lichtenergie, Weiss relektiert fast ausschließlich, oder?
      b) Wieso beträgt die Heizleistung immer 25Watt??? Nehmen wir das gute alte Glühobst, eine gute alte 100 Watt Birne steht doch wohl mehr Wärme zur Verfügung wie eine 25 Watt, oder?

      Weil wenn dem so ist, 5000 Lumen bekomme ich leicht mit LED's hergestellt, mit ca. 40-45 Watt Stromverbrauch. Der Punkt ist aber doch dass diese LED (Bsp. Cree XP-G R5) erzeugt aus einem Watt ca. 130 Lumen. Eine alte Generation (Cree Q5 zum Beispiel) lag hier bei ca. 90 Lumen pro Watt, hat allerdings fast 30% mehr Wärme abgegeben, im Konsenz, je Leistungsfähiger das Leuchtmittel, je mehr Lichtleistung pro Watt, je weniger Wärmeleistung pro Watt.

      Wo ist mein Denkfehler??? Klär mich auf! :-))

      Gruß

      Kai
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    • TheChemist schrieb:

      ohne Test würde ich das nicht behaupten wollen:


      Die Bemerkung war auch eher flapsig gemeint, eher so in der Richtung das man Telefonkabel auch als Netzwerkkabel missbrauchen kann. Klar gehenn da nimmer 100 Megabit durch die Leitung, aber funzen tut das schon. Das man den Sensor nach der Verlängerung prufen muss ist auch klar und die Differenz der Messwerte zum anpassen der Schaltwerte berücksichtigen muss ist auch klar. Aber wenn der Sensor bei 25m nur minimal abweicht geht bei mir im kommenden Winter die Regeltechnik ins Haus ;;f .
      MfG Jürgen Click for Düren, Deutschland Forecast
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    • Palmerio schrieb:

      Okay, da ich nun der Prakmatiker bin, komm ich nicht mehr ganz mit *g
      aber aus deiner Aussage stellen sich mir paar Fragen:
      a) Wieviel von dem entstandenen Licht in Wärme umgesetzt wird hängt doch der Oberflächenfarbe ab, oder nicht? Schwarz speichert die Lichtenergie, Weiss relektiert fast ausschließlich, oder?
      b) Wieso beträgt die Heizleistung immer 25Watt??? Nehmen wir das gute alte Glühobst, eine gute alte 100 Watt Birne steht doch wohl mehr Wärme zur Verfügung wie eine 25 Watt, oder?
      Zu a): Wo soll das Licht in einem geschlossenen Schutzbau, der nicht durchsichtig ist, wohl bleiben? Selbstverständlich wird das Licht komplett von den Oberflächen absorbiert, egal welche Farbe die haben. Ansonsten müßte das Licht auch nach dem Ausschalten der Lampen sichtbar bleiben: Nach dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik bleibt die Energie erhalten und verschwindet nicht im Nirwana (oder siehst du auch immer nach dem Abschalten der Lampe über den Türkontakt nach, ob da noch Licht im Kühlschrank ist ... :gri ). Das Licht muss also entweder Licht bleiben (kann wohl nicht sein, es wird dunkel im Schutzbau, wenn man die Lampe ausschaltet, glaub mir ...), in Wärme umgewandelt werden oder in chemische Energie (=> Photosynthese), die Energie des Lichtes kann nicht einfach "verschwinden".
      Zu b): Ich habe von Energiesparlampe, Glühbirne oder Heizelement gesprochen, die jeweils 25 W Nennleistung haben: Alle werden gleich viel Wärme an den Schutzbau abgeben, nämlich 25 Watt!

      Palmerio schrieb:

      Weil wenn dem so ist, 5000 Lumen bekomme ich leicht mit LED's hergestellt, mit ca. 40-45 Watt Stromverbrauch. Der Punkt ist aber doch dass diese LED (Bsp. Cree XP-G R5) erzeugt aus einem Watt ca. 130 Lumen. Eine alte Generation (Cree Q5 zum Beispiel) lag hier bei ca. 90 Lumen pro Watt, hat allerdings fast 30% mehr Wärme abgegeben, im Konsenz, je Leistungsfähiger das Leuchtmittel, je mehr Lichtleistung pro Watt, je weniger Wärmeleistung pro Watt.

      Wo ist mein Denkfehler??? Klär mich auf! :-))

      Der Denkfehler ist ganz einfach: Aus einem geschlossenen System, z. B. einem nicht durchsichtigen Schutzbau, kann das Licht nicht entweichen. Es wird komplett im Schutzbau absorbiert und damit in Wärme umgewandelt (wenn man es akademisch genau nimmt: Fast komplett, bis auf den kleinen Teil der Photonen, die in der Photosynthese der Pflanzen des Schutzbaus zum Aufbau von chemischen Verbindungen genutzt werden).

      Gruß
      Thomas
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    • Hallo Thomas,

      man sollte dabei aber bedenken, dass die eingebrachte Leistung (beispielsweise 25 Watt) nicht unbedingt 100% zum Erwärmen des Schutzbaues zu Verfügung stehen muss.
      Da Du hier bisher nur den Lichtumsatz beleuchtest :), möchte ich bitte hier noch die Wärmestrahlung einflechten, die durchaus eben nicht zu 100% im Schutzbau zur Verfügung stehen brauch. Evtl. meint das auch der Kai.

      Strahlung = magnetische Wellen - erzeugt durch die beweglichen Atome (in einem erregtem - meist erwärmten - Medium [eigentlich befindet sich alles in einem erregtem Zustand]) können - ausgestrahlt in das Gehäuse und auftreffend auf die Wandung folgende Möglichkeiten hervorrufen:

      1. Der Körper kann die auftreffende Strahlung absorbieren (aufnehmen).
      2. Der Körper kann die auftreffende Strahlung reflektieren (zurückwerfen).
      3. Der Körper kann die Strahlung unverändert hindurchlassen.

      ...und noch Mischformen der 3 Möglichkeiten annehmen. Dies nur als Anmerkung.

      Dabei ist es fast unerheblich, ob zwischen emittierender Wärmequelle (25 Watt Lampe, Heizkabel, ESL) und Gehäusewandung Luft oder Vakuum (wie bei der Sonne<->Erde) sich befinden würde. Luft, da durchsichtig, kann Wärmestrahlung nicht absorbieren oder reflektieren. Nur die darin befindlichen Aerosole/Staubteilchen könnten das (von daher schrieb ich von 'fast unerheblich').

      Ich will es nicht zu kompliziert machen - wollt nur sagen, dass man je nach Medium/Stoffeigenschaften der Gehäusewandung mehr oder weniger Verlust hat.

      -volker-
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    • Ok, für mich als Praktiker:
      Wenn ich nun 25 Watt an LED's reinmache bleibt die Wärmeleistung letztendlich gleich, da aus meinem erzeugten LIcht, was ja nicht entweichen kann, zu 99,99% Wärme wird, richtig?
      Dann würd ich sagen, schön 25 Watt Cree XPG R5 Led's reinknallen, dann wirds schön hell, das mögen die Pflanzen, und die Wärmeleistung ist unterm Strich trotzdem 25Watt? Dann wäre es fast ja noch besser die Dinger innendrin mit Alufolie zu begleistern, als Art Reflektor, oder?

      Sorry, ich wollte den Thread nicht zu technisch werden lassen, aber es hat mich der Hintergrund interessiert, da ich mit Umwandlung von Licht in Wärme eigentlich bislang noch garnichts zu tun hatte! Musste nur immer sehen, dass meine LED's kalt blieben ;)

      Zum Thema Temperatursensor, bei ELV ein FS20STR (Batteriebtriebenes Thermosstat) nehmen plus einen Schaltaktor, das kann ein FS20ST oder sonstwas sein, am besten Funkzwischenstecker.
      Der wird im Keller in die Steckdose gestöpselt und übernimmt die Adresse vom FS20STR. Von Zwischenstecker das Verlängerungkabel an Eure Heizungen. In die Umbauung den FS20STR rein, Temperatur einstellen, fertig. Da braucht ihr Euch nicht um lange Sensorleitungen Gedanken machen, wenns denn echt mal weit weg sein soll! :)

      Gruß

      Kai

      Gruß

      Kai
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    • Hallo Kai.

      Habe ich weiter oben schon geschrieben:

      Der FS20STR von ELV überwacht nur Temperaturen oberhalb von +5°C.
      Das ist für die meisten unserer Lösungen nicht ausreichend.

      Der UT 100 /200 schaltet auch im negativen Temperaturbereich.(Temperaturbereich: von -40,0 °C bis +99,9 °C - einstellbar in 0,1° Schritten)
      Trachys zum Beispiel sollten ja nicht ständig über +5°C gehalten werden, bei ihnen schalte ich die Heizung erst bei unter -6°C zu.

      Volker
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    • Palmerio schrieb:

      Ok, für mich als Praktiker:
      Wenn ich nun 25 Watt an LED's reinmache bleibt die Wärmeleistung letztendlich gleich, da aus meinem erzeugten LIcht, was ja nicht entweichen kann, zu 99,99% Wärme wird, richtig?

      ...auch jede LED erzeugt eine Wärmeleistung, die der aufgenommenen el. Leistung abzüglich der Lichtleistung entspricht. Also ja. 25 Watt Leistung (egal was man hat) entsprechen 25 Watt Wärmeleistung. Bei einem Wirkungsgrad von 10-15% hat man 2,5 - 3 Watt Lichtleistung - der Rest ist andere Wärmestrahlung. Licht ist ja nur der sichtbarer Bereich der Wärmestrahlung, und liegt in einem relativ engem Frequenzspektrum (siehe Bild)

      Dann würd ich sagen, schön 25 Watt Cree XPG R5 Led's reinknallen, dann wirds schön hell, das mögen die Pflanzen, und die Wärmeleistung ist unterm Strich trotzdem 25Watt?

      Hell ist aber nicht gleich für die Photosynthese brauchbares Licht. Ich glaube pflanzenverwertbares Licht liegt hauptsächlich auf 2 verschiedenen Bandbreiten des Lichtes. Da LED's meist sehr schmalbandiges Licht abstrahlen (in einer engen Bandbreite) würde ich - wenn ich meinen Pflanzen was Gutes tuen möchte - ESL bevorzugen.

      Dann wäre es fast ja noch besser die Dinger innendrin mit Alufolie zu begleistern, als Art Reflektor, oder?

      Jepp. Wenn man den Augenmerk auf das Licht legt. Da er aber auch der wesentlich kleinerer Teil an der Gesamtleistung ist, kann man auf Licht als Wärmeumsatz bei der Absorption an der Gehäusewandung auch gut drauf verzichten und es zurückwerfen lassen. Welcher Teil der restlichen Wärmestrahlung ebenfalls reflektiert wird, kann ich Dir nicht sagen.
      Bei meinen Überlegungen und Pflanzen geht es nur um die Wärmeeinbringung. Die Pflanzen haben eh kaum Aktivitäten und Dunkelüberwinterung bei niedrigen Temperaturen sind für Trachy's eh kein Thema. Aber selbst wenn ich das Augenmerk auf Beleuchtung einer Trachy legen würde, wäre es für mich mehr als fraglich da etwas mit 25 Watt Lampen zu unternehmen. Nicht nur die richtige Wellenlänge des Lichtes muss stimmen, sondern auch deren Energiegehalt. UV-Licht (da kurzwelliges Licht) ist beispielsweise energiereicher als das sichtbare Licht. Von der Sonne bekommt die Pflanze das - von einer ESL auch? Auch bringt so eine 25 Watt Funzel nur einen geringen Teil des Luxwertes eines bewölkten Wintertages. Ergo: Beleuchtung als ein wichtiger Augenmerk kommt für mich nicht in Frage - es sei denn, wir unterhalten uns über 250 - 500 Watt. Denk dran - es werden nur ca 10-15% dessen in verwertbares Licht umgewandelt, was man an Energie rein steckt. Bei Glühobst ist der Wirkungsgrad noch schlechter.


      -volker-
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    • Um es nochmals klar zu sagen:

      Ob bei 25 W Gesamtleistung 10 W als Licht emittiert werden oder 0 W ist in einem nicht durchsichtigen, geschlossenen Schutzbau vollkommen egal: Die Heizleistung beträgt immer 25 W! Ansonsten müßten die 10 W Lichtleistung den Schutzbau verlassen. Das geht aber nicht, wenn er für Licht undurchlässig ist! (... die minimale Umwandlung in chemische Energie durch Photosynthese mal außen vor lassend).

      Gruß
      Thomas
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